pamela schmidt
kontakt vita projekte links
lininen
Zukunftswerkstatt OstaueparkNie mehr alleinWorkshop / VortragLeerstückAurelia AuritaMärchen
Pamela Schmidt
© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Pamela Schmidt

© Pamela Schmidt

Leerstück

Konzept, Szenografie, Regie

Intervention im öffentlichen Raum, 2005
in Zusammenarbeit mit EnBW und dem Kulturamt der Stadt Karlsruhe
Veranstaltungsort: Baulücke des
ehemaligen Opel Fabrikgeländes in
Karlsruhe




Innerhalb der Inszenierung versetzen
18 Performer einen Teil des Bauzaunes, welcher das brach liegende Gelände von der Stadt abschirmt, so nach Innen, dass ein Teilstück des Geländes für die Öffentlichkeit begehbar wird. Der Weg und die Reihenfolge der Zaunversetzung ist genau festgelegt.
Die Zuschauer haben an drei verschiedenen Orten die Möglichkeit, die Inszenierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu verfolgen: von einer Brücke, einem Turm, einer Straßenkreuzung. An jedem dieser drei Zuschauerorte spielt ein Musiker und definiert so den Betrachtungsort, sowie den Anfang und das Ende der Inszenierung.
Die Wahrnehmung wird durch die Musik konzentriert. Auf der Brücke spielt eine Violine, auf dem Turm eine Querflöte, an der Kreuzung ein Violoncello Stücke von Bach. Die Baulücke wird für eine Zeit in einer veränderten, verrückten Situation erfahrbar.

Visualisierung von Leere
Raum ist nur erfahrbar im Verhältnis zu uns selbst. Beobachten alleine reicht nicht aus, es bedarf der Erfahrung durch die Sinne und durch die Bewegung des Körpers im Raum. Aller Dinge Maß ist der Mensch (Protagoras) Erst dadurch dass etwas wahrgenommen wird, ist es vorhanden. Um die Leere zu definieren, ihr eine Form zu geben und ein visuelles, körperlich erfahrbares Bild zu erstellen, wird eine Entsprechung in der sichtbaren materiellen Welt gesucht.

Die Baulücke als Bild für die Leere
In jeder Stadt befinden sich unbebaute Flächen (Friedhöfe, Parks, Plätze), die angelegt und kultiviert und somit in das Stadtbild integriert sind.
Durch Strukturierung werden Systeme gebildet, mit deren Hilfe diese Freiräume erfasst und kultiviert werden können. Baulücken sind Flächen, die sich einer Kontrolle entziehen. Als Bild für einen Ort
der Leere steht die brachliegende Fläche.
Sie ist durch den Abriss, die Zerstörung eines Gebäudes mit einer Geschichte und Vergangenheit, entstanden.
Die Baulücke ist leer angesichts dessen,
was davor an diesem Platz stand und stattfand, in Relation zu dem, was sich außerhalb der Fläche befindet (die Gebäude, die Menschen) und angesichts dessen,
was wieder einmal da sein wird.
Die Baulücke versinnbildlicht alle Ideen:
Die, die dagewesen sind und die, die noch kommen werden. Die Lücke zeigt die Anwesenheit des Gewesenen und somit die Abwesenheit. Eine Erinnerung an die einstige Anwesenheit des Menschen im scheinbaren Warten auf die Rückkehr desselben. Die Baulücke ist der Übergang von einem System zum nächsten. Sie selbst ist unsystematisch und folgt ihren eigenen Gesetzen. Sie ist ein Stück Natur.
Im Gegensatz zu den Gebäuden aus Beton, aus geformtem Sand, ist in der Baulücke Sand ohne Form vorhanden. Die Baulücke ist ein Ort, an dem sich die Dinge ihrer natürlichen Lagerung entsprechend wieder ausbreiten. Das körperliche Raumgefühl (bzw. Nicht-Raumgefühl), das die Baulücke auslöst, ähnelt dem, das wir mit der Vorstellung vom Nichts verbinden.
Wir sind auf der Suche nach Bezügen und Definitionen. Die Baulücke als Metapher für die Leere, um diese zu begreifen, zu benennen und um ihr eine Form zu geben.

Die Grenze zur Definition von Raum
Der Raum wird durch das Unendliche begrenzt. Die Endlichkeit grenzt immer an das Unendliche. Endlich nennen wir einen Raum, sofern eine Grenze vorhanden ist, an der er endet. Die Fixierung eines Punktes im unendlichen Raum wird als Ort bezeichnet. Ein Ort wird durch seine Grenze definiert. Grenzen bezeichnen und bestimmen Orte. Die Grenze des leeren Raumes befindet sich genau dort wo leerer Raum auf nichtleeren stößt. Mit Hilfe des nichtleeren Raumes lässt sich also die Grenze der Leere, und somit auch der leere Raum ansich beschreiben und erfassen. Ein Versuch, die Leere zu begreifen durch die Definition der Nichtleere in Relation dazu. Die Grenze an der Leere und Nichtleere aufeinander treffen, definiert den leeren Raum. Das Nichtvorhandene steht in Wechselwirkung mit dem Vorhandenen und bedingt sich gegenseitig. Die Stille erst bringt den Lärm zum Klingen. Das Volle erst macht das Leere leer. Die Dinge, das Vorhandene, definieren den leeren Raum. Die Erfahrung von Raum wird durch die Auflösung und das Verändern von Grenzen herbeigeführt.
Eine Möglichkeit, die Leerstelle zu begreifen und zu ergreifen, bietet ihre Grenze. Sie gibt Orientierung und strukturiert den endlosen Raum. Die Grenze, an der die Baulücke auf die Stadt stößt, ist der Bauzaun aus Brettern. An ihm hängen Werbeplakate, die zukünftige Veranstaltungen ankündigen. Der Platz ist nicht ohne weiteres zugänglich, man kann nur mit einer bestimmten Erlaubnis oder mit einem bestimmten Grund eintreten. Der Bretterzaun als Grenze wird versetzt, und somit die Baulücke, und die Identität des Leerstückes neu definiert.

Die Wahrnehmung
Der Charakter einer Atmosphäre ist nur zu bestimmen, indem man sich ihr aussetzt. Atmosphären entstehen zwischen Subjekt und Objekt. Sie sind nicht etwas relationales sondern die Relation selbst. Wahrnehmung schafft eine Verbindung von Subjekt und Objekt. Die Atmosphäre ist die Anregung eines gemeinsamen Zustands von Subjekt und Objekt. Gleiche Elemente in verschiedenen räumlichen Anordnungen erzeugen unterschiedliche Atmosphären. Das grundlegende Wahrnehmungsereignis ist das Spüren von Anwesenheit. Das Spüren von Anwesenheit ist das Spüren der eigenen Anwesenheit, das Spüren von sich selbst als Wahrnehmungsobjekt. Wahrnehmung entsteht durch die Erfahrung von Diskrepanz zwischen der Leere und der Nicht-Leere. Die Wahrnehmung dieses Projektes wird durch den Kontrast zwischen der Baulücke und der Umgebung bestimmt. Betrachtung von Raum ist gesellschaftlich vorstrukturiert. In der Person des Betrachters findet eine Verknüpfung zwischen der zugrunde liegenden Idee und der räumlichen Ausführung statt.





bottom
dirt-no dirtThe Spoken Space1001 Spaces